Watch out for our  new album "Perpetual Descending Into Nothingness"!!! Release Date: 16.01.2015

XXL-Rock

Gerade erst haben wir ihre Split-EP mit Wound besprochen, schon bringen die Kollegen von Obscure Infinity ein nagelneues, verdammt gut gemachtes Album auf den Markt. Kein Zweifel, dass wir da ein paar höfliche Fragen in den Westerwald geschickt haben. Mal schauen, was uns die Herren Musiker geantwortet haben:

obscure infinitiy photo1

(Bildquelle: SureShotWorx)

Grüße in den Westerwald! Wie läuft´s bei Euch?

Stefan: Hallo Christian! Alles gut hier! Wir können uns nicht beklagen. Danke der Nachfrage.

Eigentlich ja eine überflüssige Frage, denn mit einem so geilen neuen Album und den entsprechenden Reaktionen darauf, kann es doch gar nicht besser laufen, oder?

Stefan: Vielen Dank! Ja, wir sind wirklich sehr zufrieden mit dem Album und natürlich mit den bisherigen Reaktionen. Wir waren von Anfang an davon überzeugt, dass wir da ein wirklich cooles Album aufgenommen haben. Dennoch waren wir schon überwältigt davon, wie gut es letztendlich angekommen ist.

Die Presse hat das Album ja abgefeiert wie Sau. Nun ist das gute Stück auch offiziell erschienen. Sind die Reaktionen der Fans ebenso euphorisch?

Stefan: Also bisher fielen die Reaktionen der Hörer durchweg positiv aus. Für uns ist das zurzeit auch ehrlich gesagt alles etwas surreal. Beispielsweise, dass die komplette Vinyl Auflage drei Tage nach Veröffentlichungstermin ausverkauft war. Wir waren bisher eigentlich nicht unbedingt eine Band, die vom Glück verfolgt war, haha...

Für die im September veröffentlichte Split-EP mit Wound habt Ihr den Song „Perdition Destiny" ausgewählt. Wieso habt Ihr Euch gerade für diesen entschieden, um die Leute auf das neue Album aufmerksam zu machen?

Stefan: Das war eigentlich keine bewusste Entscheidung in Hinblick auf so etwas wie ein Aufmerksam-machen. Wir hatten damals einige neue Songs am Start und wollten damit quasi ein Studio antesten. Gerade nach dem Sounddesaster vom Vorgänger „Putrefying Illusions" wollten wir diesmal auf Nummer Sicher gehen und vorher abchecken, ob uns das Endresultat gefallen würde. Die bei dieser Aufnahmesession entstandenen Songs waren von Anfang an dazu bestimmt, als Split-Veröffentlichungen rauszukommen. Zuerst kam „Joyless Flesh" an die Reihe. Der Song wurde mit Humiliation veröffentlicht. Die Zusammenarbeit kam eher zufällig: Sie schrieben uns irgendwann an und fragten, ob wir nicht eine gemeinsame Split rausbringen wollten. Mit Wound war das natürlich eine ganz andere Sache: Wir kennen uns schon etwas länger und so entstand eine Freundschaft unter den beiden Bands. Was lag da näher, als zusammen eine Split zu machen? Es ging also eher darum, eine gemeinsame Veröffentlichung zu machen und nicht darum, Werbung für das Album zu machen. Der letzte Song aus der Aufnahmesession („Maniac Destroyer") kommt übrigens im Februar via Final Gate Records raus. Diese Split wird mit Funeral Whore aus Holland sein.

Überhaupt scheint Ihr ja Freunde von Split-Singles zu sein. Woher kommt Eurer Meinung nach die Faszination für diese
Mini-Releases (sowohl bei Musikern, als auch bei uns Fans)?

Stefan: Ja, auf jeden Fall sind wir Fans von Split Singles. Generell finde ich es cool, wenn Bands so etwas wie einen Szenezusammenhalt demonstrieren. Und für mich bieten solche Splits dazu eine coole Möglichkeit. Außerdem bietet solch eine Split Single für die beteiligten Bands die Möglichkeit, neue Hörer zu erreichen. Und genauso können die Hörer der einen Band die andere(n) beteiligte(n) Band(s) für sich entdecken. Eine klassische Win-win Situation würde ich sagen! Ich habe extra auch den Plural mit eingeschlossen, denn wir haben schon wieder ein Split Eisen im Feuer, haha: Diesmal soll es eine 4-way-Split werden. Vier Bands, vier Songs auf einer 12". Das wird ein geiles Geschoss mit einem absoluten Killer Artwork! Macht euch auf was gefasst!

Was könnt Ihr mir zum einleitenden Intro „Entering The Hall Of Eternity" erzählen? Für ein Death Metal Album ist es ja eher ungewöhnlich.

Stefan: Haha, um es vorwegzunehmen: Ich habe in einem Review gelesen, dass ich das vielleicht vom Song „1985" von Carcass abgekupfert hätte. Das stimmt nicht. Erstens ist unser Intro viel cooler, hehe... und zweitens habe ich dieses Carcass Intro vorher noch nie gehört. Zumal Demos von unserem Intro schon lange vor Erscheinen des Carcass Album existierten. Wer allerdings eine Verbeugung vor Brian May dabei heraushört, dem gebe ich vollkommen Recht. Zum Intro selbst: Ich wollte eine stimmungsvolle Einleitung für unser Album. Also habe ich mir dieses Intro ausgedacht, dass meiner Meinung nach extrem atmosphärisch ist. Klar hat es mit Death Metal eigentlich nichts zu tun. Aber das ist mir ehrlich gesagt ziemlich egal.

OBSCURE INFINITY 2014Wie entstehen bei Euch die Songs? Habt Ihr einen Hauptsongwriter, oder seid Ihr in der Gruppe kreativ?

Stefan: Die Musik kommt komplett von mir. Jules steuert die Texte bei. Ich bin absolut nicht der Typ, der beim Jammen Einfälle für neue Songs hat. Ich muss alleine und in der richtigen Stimmung sein, um Musik zu erschaffen. Zumal ich auch sehr selbstkritisch bin und nicht einfach jedes Riff verwende, was mir in den Sinn kommt. Ich spiele Sachen immer und immer wieder und merke dann nach einer gewissen Zeit, ob das, was ich da gemacht habe meinen Ansprüchen gerecht wird oder eben nicht. Sobald ich aber mit einem Song fertig bin und wir ihn zusammen proben, werden wir schon als Kollektiv kreativ. Da geht es dann um Schlagzeugarrangements usw. Generell verwenden wir dann eine gesamte Probe für einen Song.

Was mich ja besonders überzeugt hat, ist diese gelungene Mischung aus Melodien, ausgereifter Technik und purer Brutalität. Ist es eher ein Vor-, oder ein Nachteil, sich nicht in irgendeine Schublade pressen zu lassen? In ein typisches Subgenre kann man Euch ja nicht wirklich einordnen.

Stefan: So etwas wie eine bestimmte Genrekategorisierung hatten wir bei den neuen Songs auch nicht mehr vor Augen. Für mich ist es im Kern schon traditioneller Death Metal. Aber halt mit Einflüssen, die vielleicht doch etwas breiter gefächert sind. So übermelodisch finde ich das Album auch gar nicht. Klar, bei den Solopassagen wird es schon mal etwas melodischer und beim letzten Song „Beyond Spheres And Time". Aber ansonsten? Mich wundert es schon sehr, dass einige Leute das Album in die Melodic Death Metal Ecke stecken. Das geht mir dann doch etwas zu weit, haha.

Die Songs sind alle gut aufeinander abgestimmt. Kommt so was beim Komponieren von ganz allein, oder musstet Ihr auch Sachen ausrangieren, die einfach nicht ins Gesamtkonzept gepasst haben?

Stefan: Ja, das Album hat einen guten Fluss. Das sehe ich auch so. Über die Reihenfolge der Songs haben wir uns auch lange Gedanken gemacht und ich denke, so passt es echt am besten. Ich bin damit also immer noch absolut zufrieden, wie alles angeordnet ist. Insgesamt haben wir ja zwölf Stücke plus Intro aufgenommen. Vier Songs sind nicht auf das Album gekommen. Aber ich muss ganz ehrlich sagen, dass uns die Auswahl, welcher Song denn nun rausfliegt, extrem schwer fiel. Die anderen Songs sind meiner Meinung nach genauso stark wie die auf dem Album vertretenen. Ganz im Gegenteil: Die vier restlichen Songs sind sogar sehr interessant. Entweder haben wir mal etwas mehr experimentiert und eine clean gesungene Passage verwendet oder wir haben die tiefste Gesangspassage unseres bisherigen Schaffens verewigt und nicht zuletzt unseren bisher technisch anspruchsvollsten Song eingetrümmert. Da warten also noch einige Überraschungen auf ihre Veröffentlichung.

Der allseits bekannte Patrick W. Engel hat ebenfalls Hand angelegt an das Album. Seid Ihr zufrieden mit seiner Arbeit?

Stefan: Ja absolut! Patrick hat hier eine fantastische Arbeit abgeliefert! Es war absolut die richtige Entscheidung, ihm den Mix und das Mastering anzuvertrauen. Er hatte es nun wirklich nicht einfach mit uns. Es gab Probleme mit den Rohspuren und wir waren halt auch nicht so leicht zufriedenzustellen. Wie ich eben schon mal gesagt habe, war „Putrefying Illusions" für uns das reinste Debakel. Nicht von den Songs her, aber alles, was den Sound betrifft. Wir waren ehrlich gesagt als Band selbst enttäuscht von dem schlechten Klang des Albums. Und da wir solch eine Erfahrung nicht nochmal machen wollten, waren wir diesmal halt überkritisch und so musste dauernd wieder was am Klangbild geändert werden. Ich kann nur sagen, dass Patrick viel Geduld mit uns bewiesen hat, haha.

Kommen wir zu Euren Texten. Diese sind dankenswerterweise im Booklet abgedruckt, könntet Ihr trotzdem den Lesern, die Euer Album noch nicht gekauft haben diese etwas näher bringen?

Jules: Im Prinzip reflektieren sie einfach nur Gedanken, Einstellungen, Erfahrungen Wünsche oder auch Ängste. Ich möchte, dass die Texte persönlich sind. Das gelingt mal besser, mal schlechter. Der Titelsong fällt allerdings aus dem Rahmen, was oben genanntes angeht. Mehr kann ich dazu eigentlich nicht sagen. Einige Sachen sind mir beim Schreiben klar, wenn ich es aber später lese, weiß ich nicht immer genau, was das eigentlich sollte, haha.

Inwieweit seid Ihr selber Fans? Seid Ihr Sammler, fanatische Konzertbesucher o.ä.?

Stefan: Natürlich sind wir Metal Fans und Musikliebhaber! Für mich ist Musik das Wichtigste überhaupt. Ich sammle leidenschaftlich Platten und CDs. Und die anderen sind da genauso.

Sprechen wir über Eure musikalischen Einflüsse? Wie seid Ihr vom Metal Virus infiziert worden, wie kamt Ihr zum Death Metal und welche Bands haben Euch nachhaltig geprägt?

Stefan: Ich bin 1990 zur härteren Musik gekommen. Damals durch ein kopiertes Tape. Seitdem war es um mich geschehen. Angefangen hat es bei mir mit den Scorpions (bis heute meine absolute Lieblingsband), Iron Maiden, AC/DC, Whitesnake, Accept, Helloween, Queen etc. Dann kamen Bands wie Overkill, Exciter, Exodus, Slayer, Metallica, Megadeth usw. dazu, bis ich schließlich in den Sog des Death Metals geriet. Bands wie Death, Unleashed, Autopsy, Pungent Stench, Morgoth, Dismember, Morbid Angel und noch viele mehr waren für mich einfach eine Offenbarung. Später hatte ich auch mal eine Phase, in der ich eher Rock aus den Sechzigern und Siebzigern gehört habe - Led Zeppelin, Deep Purple, Beatles, alte Genesis und noch viele mehr. Ich höre auch heute noch Sachen von altem Rockzeugs über Hard Rock und traditionellem Metal bis hin zu Death und Black Metal. Nur modernere Strömungen sind mir stets fremd geblieben.

Was sind die nächsten Pläne für die Band?

Stefan: Nachdem wir nun schon seit fast eineinhalb Jahren nicht mehr live gespielt haben, wollen wir mal wieder live etwas mehr Gas geben. Wer also Interesse hat, kann uns gerne kontaktieren. Als erstes steht Ende Februar (am 28.02.15) ein Konzert in Limburg an der Lahn an, das für einen guten Freund stattfindet, der leider letztes Jahr gestorben ist. Dieses Konzert ist natürlich etwas besonders für uns und ich hoffe, wir können der Sache gerecht werden. Wer uns also gerne mal (oder mal wieder) live sehen will: Wir freuen uns über zahlreiche Besucher. Mit dabei sein werden unsere Kumpels von Wound, Eraserhead und Bronson A.D.! Ansonsten stehen dieses Jahr hoffentlich noch die eine oder andere Split Veröffentlichung an. Und ich denke, dass wir langsam, aber stetig auch wieder an neuen Songs feilen werden.

So, die berühmten letzten Worte gehören natürlich Euch!!

Stefan: Ja Christian, zuerst einmal danken wir dir für dieses Interview! Es hat uns großen Spaß gemacht, deine Fragen zu beantworten. Außerdem möchten wir uns bei den Leuten bedanken, die uns über die Jahre hinweg unterstützt haben. Ein generelles Dankeschön an die Print- und Onlinemedien für die grandiosen Reviews und natürlich an die Leute, die das neue Album gekauft haben! Wir wissen das alles wirklich sehr zu schätzen! Grüße an folgende Bands: Wound, Sulphur Aeon, Eraserhead, Membaris, Chaos Invocation, Porta Nigra, Lebenswinter, Reckless Manslaughter, Lifeless, Revel In Flesh, Diabolical Imperium, Charon und Deathronation.

Besten Dank, dass Ihr meine Fragen beantwortet!

Christian Hemmer

Necroslaughter

Obscure Infinity - Humiliation - Split Header

In kürze erscheint die neue Split-EP zwischen HUMILATION aus Malaysien und OBSCURE INFINITY aus Deutschland. Freundlicherweise haben mir beide Bands und das Label Brutal Art Records die Erlaubnis gegeben, vorab zwei Songs von der Scheibe als Stream anzubieten! Vielen Dank dafür!

Weitere Details zur 7″ und zu den aktuellen Geschehnissen bei OBSCURE INFINITY, gibt Gitarrist Stefan in einem kurzen Interview. Die beiden Songs “Deadly Collision” und “Joyless Flesh” kann man direkt im Anschluss anhören…


1. Hey Stefan, wie geht es Dir! Es ist schön, ein neues Lebenszeichen von OBSCURE INFINITY zu hören, nachdem erst kürzlich euer letztes Album “Putrefying Illusions” von FDA Rekotz als LP neu veröffentlicht wurde! Unser letztes Interview ist mittlerweile ein Jahr her, vielleicht magst Du kurz zusammenfassen, was in dieser Zeit bei euch passiert ist? Hat sich euer neuer Drummer O. gut in das Bandgefüge integriert?

S: Hey Chris! Cool, dass du dieses kleine Interview mit uns machst! Ja genau, eigentlich sollte ja die Vinyl Version von “Putrefying Illusions” bei Chaos Records herauskommen, aber vieles lief da einfach nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben. Versprechen und Fristen wurden nicht eingehalten, bis uns letztlich der Geduldsfaden gerissen ist. Rico war natürlich der erste, den ich gefragt habe und er hat Bock dazu gehabt. Dann ging alles sehr schnell und schon haben wir das Vinyl in unseren Händen gehalten. Tja, was ist passiert in dem Jahr…wir haben hier und da live gespielt, unter anderem erst vor kurzem auf dem Kill-Town Death Fest in Kopenhagen, ein saucooler Auftritt für uns! O. musste sich nicht unbedingt in das Bandgefüge integrieren. Zwischen uns herrschte ja schon vorher ein freundschaftliches Verhältnis. Er kennt die Band schon seit den Anfängen und die Leute darin weit darüber hinaus. Das Einstudieren der Songs lief deshalb total stressfrei ab. Menschlich passt das also perfekt und musikalisch ist er eine ungemeine Bereicherung für die Band, nicht nur weil er ein ultraguter Schlagzeuger ist, sondern weil er ein totales musikalisches Gespür hat und selbst auch andere Instrumente richtig gut beherrscht. Wir waren auch nicht untätig und haben drei neue Songs aufgenommen, die jetzt nach und nach als Splitveröffentlichungen herauskommen werden. Jeder, der uns in diesem Line-up und mit diesen Songs hören wird, wird feststellen, dass wir nun um einiges besser klingen als zuvor.

2. Grund für dieses kurze Gespräch, ist eure neue Split mit HUMILATION aus Malaysien, die über Brutal Art Records erscheint, und von der ich freundlicherweise je einen Song pro Band vorab als Stream anbieten darf. Vielen Dank dafür an Euch, HUMILATION und Brutal Art Records!
Erzähl mir und meinen Lesern etwas mehr über diese Veröffentlichung! Bisher habe ich den Namen Brutal Art Records noch nie gehört und auch das Internet zeigt sich bei Recherchen nicht sonderlich ergiebig. Wer verbirgt sich hinter diesem jungen Musikverlag und wie ist die Zusammenarbeit zustande gekommen?

S: Haha, ehrlich gesagt weiß ich auch nicht so viel mehr… HUMILIATION haben uns vor einigen Monaten kontaktiert. Sie meinten, sie fänden unsere Musik total geil und ob wir nicht Interesse hätten, eine Split mit ihnen zu machen. Da wir eh neue Songs aufgenommen hatten, fiel uns die Entscheidung nicht schwer. Ich kannte die Band bereits vorher durch meinen Kumpel Andy von CHARON/HATESPAWN. Er hatte mir eine CD von den Jungs zugeschickt und ich mag dieses BOLT THROWER Flair der Band. Jedenfalls spielten HUMILIATION auf einem Festival in Deutschland und trafen dann auf jemanden, der meinte, er wolle ein kleines Label gründen. Brutal Art Records sind also gerade frisch gegründet und diese Split wird ihr erster Release sein. Ich denke, es ist ein Ein-Mann Label und ich kenne nicht mal den vollen Namen der Person dahinter. Aber ein wenig Geheimniskrämerei kann ja nicht schaden und bisher kann ich nur gutes von dem Label sagen. Keine leere Versprechen, gute Kommunikation und wenn mit den Vinyls jetzt auch alles in Ordnung ist, lief alles echt entspannt und reibungsfrei ab.

3. Kannst Du mir ein paar Details um die Split-EP verraten? Natürlich lassen sich einige Informationen auch schnell im Internet finden, aber wir machen es dem Leser an dieser Stelle einfach, haha! Welche Auflage wird es geben, und wie wird das Teil aufgemacht sein? Welche Songs erwarten den Hörer?

S: Also ich will jetzt nichts falsches sagen, aber ich denke, es wird ein Klappcover wie bei unserer Split mit Profanal sein. Jede Band hat ihr eigenes Cover. Das Teil kommt in einer extrem limitierten Auflage heraus. Es werden nur 300 Stück gepresst und davon sind 100 Stück in rotem, der Rest in schwarzem Vinyl. Jede Band hat zwei Songs beigesteuert. Bei uns sind das einer der neuen Songs und ein Live Song. Bei dem Live Song handelt es sich um „Morbid Ways Of God“ von unserem Auftritt beim Party San 2012. Der Song ist vor Ort professionell aufgenommen und später gemischt und gemastert worden. Also kein Schundsound, haha…

4. Der Song “Morbid Ways Of God” ist eine Live-Aufnahme vom PartySan Open Air. “Joyless Flesh” wurde extra für diese Split aufgenommen. Kannst Du was zur Aufnahme und dem Songwriting erzählen?

S: “Joyless Flesh” ist ein extrem simpler Song. Es gibt Bands, die ein ganzes Album mit solchen Songs voll stopfen. Das wäre nicht mein Ding, aber als Ausnahme finde ich solch einen knackig kurzen, nach vorne gehenden Song echt erfrischend. Normalerweise ist es nicht unbedingt meine Herangehensweise, solche Songs mit nur einer Hand voll Riffs zu schreiben. Ich denke, es hat keine halbe Stunde gebraucht, das Lied zu schreiben. Aufgenommen haben wir den Song zusammen mit zwei anderen Songs in der Noiseschmiede Lahnstein. Ich denke, dass der Sascha (also der Typ aus dem Studio) einen echt sauguten Job gemacht hat. Das Mastering fand in der Tonmeisterei Oldenburg statt. “Morbid Ways Of God” ist wie schon erwähnt von unserem Auftritt auf dem letztjährigen Party San. Ich finde die Live Version echt gelungen, sonst hätten wir sie nicht mit auf die Split gepackt.

5. “Joyless Flesh” beginnt mit ziemlich zügellosem Geballer, wechselt dann aber rapide zu einem mörderischen Midtempo-Groove mit ordentlich Doublebass-Geballer. Erst gegen später Mitte entwickelt der Song die typische obskure Atmosphäre und bekommt ein filligranes Solo spendiert, wie man es von euch gewohnt ist. Und mit gerade mal zweieinhalb Minuten ist die Nummer vergleichsweise kurz für OBSCURE INFINITY. Ich würde sagen, dass es schon ein ungewöhnlicher Song für eure Verhältnisse ist, durch seine Geradlinigkeit aber auch sehr gut ins Gehör läuft…

S: Ja, da hast du Recht. Wie ich eben schon sagte, ist dieser Song auch für mich eher ungewöhnlich für Obscure Infinity. Normalerweise schreibe ich nicht solch geradlinigen Songs. Ich weiß zwar, dass viele Leute solch eine Art von Liedern bevorzugen, aber das war ja eh nie der Maßstab, nach dem wir als Band gehandelt haben. Bei dem Song hab ich mir halt selbst die Bedingung gestellt, etwas ganz simples, schnell nachzuvollziehendes zu schreiben. Vielleicht wollte ich tatsächlich einfach nur zeigen, dass wir so was könnten, wenn wir wollten, haha…Für mich klingt “Joyless Flesh” aber auch erfrischend anders, aber es ist keineswegs ein Song, der unseren zukünftigen Weg beschreibt. Danke für deine lobenden Worte, was das Solo betrifft. Auch nicht gerade ein typisches Death Metal Solo, haha…

6. In der Aufnahme-Session zur Split mit HUMILATION sind noch weitere Songs aufgenommen worden, die auf kommenden Splits veröffentlicht werden. Kannst Du an dieser Stelle schon sagen, wer eure Split-Partner sind? Wann kann man die Scheiben erwarten und welche Label sind für den Release verantwortlich?

S: Genau, wir haben insgesamt drei neue Songs aufgenommen. Oder besser gesagt: Zwei neue Songs und eine Neuaufnahme eines Demo Songs. Na klar kann ich dir darüber Auskunft geben. Natürlich kann immer etwas unvorgesehenes passieren, weshalb meine Angaben ohne Gewähr sind, haha… Also das ist der Plan: Nach der Split mit Humiliation soll eine Split mit Funeral Whore folgen. Darauf wird unser Song “Maniac Destroyer” zu hören sein. Einige Leute werden diesen Song noch von unserem Demo kennen. Die Neuaufnahme hat dem Lied echt gut getan und meiner Meinung nach hört es sich jetzt saugeil an…außerdem habe ich darauf mein bisher bestes Solo eingespielt, wie ich finde – pure Emotion! Nach jetzigem Stand wird diese 7“ über Final Gate Records rauskommen. Der letzte Song heißt “Perdition Destiny” und soll im Frühjahr 2014 zusammen mit Wound erscheinen. Wir stehen diesbezüglich mit Rico von F.D.A. in Kontakt. Da ist aber noch nichts spruchreif. “Perdition Destiny” ist genau das Gegenteil von “Joyless Flesh”: Vielschichtig, verschroben und anfangs sicher nicht so leicht fassbar, aber mit jedem Hördurchlauf wächst der Song. Dieses Lied verkörpert definitiv das, wofür diese Band steht.

7. Auf der Split mit HUMILATION bekommt jede Band ein eigenes Cover für ihre Seite. Derweil eure malaysischen Partner in einem rot-grün Komplimentärkontrast sind, zeigt eure Seite einige Parallelen zu eurer Split mit PROFANAL; Farbgebung und auch das Motiv sind recht ähnlich. Warum habt ihr euch für eine verschneite Klosterruine entschieden und nicht wieder für ein opulentes und atypisches Ölgemälde?

S: Ich steh total auf die Bilder von Caspar David Friedrich. Wir sind auch gar nicht so auf Ölgemälde festgelegt, wie das den Anschein haben mag. Ich mag die Atmosphäre des Bildes und ich hatte diesmal einfach auch Lust dazu, alles etwas simpler von der Aufmachung her zu gestalten. Außerdem ist es doch ein cooler Kontrast zu dem farbintensiven Humiliation Artwork.

8. In unserem letzten Gespräch hieß es noch, dass “Putrefying Illusions” von Chaos Records aus Mexiko als LP veröffentlicht würde. Schlussendlich kam die Schallplatte dann über FDA Rekotz heraus. Für den einheimischen Fan ist dies alleine auf Grund der Portokosten ein günstiger Umstand. Außerdem ist Rico nicht die schlechteste Heimat für eine Death Metal Band. Darf man fragen, wieso aus der Zusammenarbeit mit Chaos Records nichts geworden ist, und wie der Kontakt mit FDA zustande kam? Wird dort auch euer nächstes Album erscheinen?

S: Ja, wir sind echt stolz drauf, nun bei F.D.A. Rekotz unter Vertrag zu stehen. Wir haben für die nächsten beiden Alben dort unterschrieben. Rico ist ein echt entspannter und cooler Typ und sein Label ist für mich die Nr. 1 hier in Deutschland. Anfangs war es so geplant, dass “Putrefying Illusions” bei Chaos Records erscheinen sollte. Wir haben einen Vertrag unterschrieben und einen Haufen Versprechungen gemacht bekommen. Dann ging es aber plötzlich los, dass der Typ von Chaos Records nicht mehr auf Mails geantwortet hat und wenn er geschrieben hat, dann kamen nur Vertröstungen und weitere Versprechen. Ich sag es mal so: Er wollte das Vinyl eigentlich zeitgleich mit dem CD Release von Obscure Domain rausbringen. Wir haben fast ein Jahr verschenkt, weil wir auf ihn gewartet haben. Irgendwann hab ich ihm eine nicht nette E-Mail geschrieben und ihm mitgeteilt, dass wir uns ein anderes Label suchen. Ich habe Rico gefragt, ob er Bock hat, die Platte rauszubringen und er hat es dann letztendlich gemacht, wofür wir ihm auch echt dankbar sind. Der Kontakt mit Rico kam dadurch zustande, dass er Platten für seinen Online Shop bei uns geordert hat. Und später haben wir ja dann auf dem Grind The Nazi Scum Festival gespielt, wo er einer der Organisatoren ist.

9. Gerade ist die Split mit HUMILATION frisch draußen und zwei weitere Splits stehen in der Pipeline! Doch wie sieht die restliche Zukunft von OBSCURE INFINITY aus? Wann geht ihr ins Studio um ein neues Album einzuspielen? Wann und wo kann man euch noch mal auf der Bühne sehen?

S: Das ist ehrlich gesagt eine schwierige Frage. Wir werden erstmal nicht mehr live spielen. Das hat damit zu tun, dass O. in vier Bands gleichzeitig spielt und das einfach zeitlich nicht kann. Das müssen wir akzeptieren. Außerdem tut es glaube ich mir auch ganz gut, mal etwas Abstand zu gewinnen. Unsere Zukunftspläne erstrecken sich jetzt erstmal nur auf die Aufnahmen zum dritten Album. Wir werden es im Sommer nächsten Jahres einspielen. Bis dahin werden wir an den Songs feilen und am Ende die besten davon auswählen und aufnehmen.

10. Stefan, vielen Dank für das kurze Interview und die Möglichkeit “Joyless Flesh” zum Anhören anzubieten! Ich freue mich auf die Hardcopy der Platte und natürlich auf die kommenden Splits. Die letzten Worte für dieses Gespräch gehören Dir!

S: Ich danke dir für dein Interesse und die Unterstützung! Danke an alle, die uns unterstützt haben und bei Konzerten immer in der ersten Reihe gestanden haben. Wir wissen das echt zu schätzen! Mehr Informationen zu den zukünftigen Split Veröffentlichungen findet ihr unter: www.obscureinfinity.jimdo.com

http://humiliation.my/
https://www.facebook.com/HumiliationMalaysiaDeathMetal
http://obscureinfinity.jimdo.com/
https://www.facebook.com/obscureinfinitygermany

Obscure Infinity - Humiliation - Split - Flyer general
Obscure Infinity - Humiliation - Split - Flyer merch

Powermetal.de

Die Westerwälder OBSCURE INFINITY sind nicht nur Teil der neu erstarkten deutschen Death-Metal-Bewegung sondern haben uns in den letzten Jahren mit einigen tollen Releases beglückt. Mit der Vinyl-Version vom 2012er Album "Putrefying Illusions" erscheint diesen Mai bei FDA Rekotz das nächste Kapitel in der Geschichte der Band. Grund genug um mit Gitarrist Stefan und Sänger Jules ein wenig zu plauschen.

 

Eines vorneweg, ich gratuliere euch zu eurem neuen Album "Putrefying Illusions". Es gehört in jedem Fall zu den Highlights des letzten Jahres in Sachen Old-School Death Metal. Wie waren denn ansonsten die bisherigen Reaktionen auf die aktuelle Scheibe?

Stefan: Hey Adrian! Cool, dass du dir die Zeit für ein Interview mit uns nimmst. Und natürlich auch vielen Dank für die lobenden Worte. Die bisherigen Reaktionen auf "Putrefying Illusions" waren wirklich durchweg positiv. Wir können uns also nicht beklagen. Wir selbst sind auch sehr zufrieden mit der Scheibe und das ist meiner Meinung nach das wichtigste.

 

Was unterscheidet "Putrefying Illusions" von eurem ersten Album "Dawn Of Winter" am meisten und welches Album findet ihr selbst besser?

Stefan: Meiner Meinung nach wirken die Songs insgesamt gesehen etwas mehr aus einem Guss als die auf "Dawn Of Winter". Die Stücke sind kompakter und kommen somit eher auf den Punkt. Es gibt mehr Gitarrensoli als auf "Dawn Of Winter" und natürlich darf nicht unerwähnt bleiben, dass beide Alben vom Sound her sehr unterschiedlich sind. Als Musiker ist es nicht leicht, seine eigenen Alben zu bewerten. Ich denke aber, dass unser aktuelles Album als Ganzes gesehen die besseren Songs enthält.

Jules: An "Dawn of Winter" sind wir auch in gewisser Weise unbedarfter herangegangen, zumindest habe ich das für mich so empfunden. Über die Jahre wächst man als Band eher zusammen, eine klare Linie kristallisiert sich heraus. Wie Stefan schon sagte, klingt alles homogener. Rein vom Bauchgefühl her würde ich auch sagen, dass mir "Putrefying Ilussions" besser gefällt. So sollte es ja auch sein, schließlich versucht man sich von Album zu Album zu steigern.

 

Textlich wirken die Lyrics der neuen Songs wesentlich geheimnisvoller. Welche Story verbirgt sich zum Beispiel hinter 'Ascension Kenosis'? Und wovon handeln die Songs im Allgemeinen auf dem Album?

Stefan: Ja, das stimmt. Zu "Dawn Of Winter"-Zeiten habe ich ja noch den Großteil der Texte übernommen. Rückblickend betrachtet muss ich zugeben, dass ich kein wirklich guter Texter bin (lacht).

Jules: Warum nimmst du gerade den Song? Zu anderen hätte ich dir mehr sagen können (lacht auch). Um es ganz kurz auf den Punkt zu bringen: es geht einfach um die Rebellion gegenüber gewissen Strukturen, Institutionen, was auch immer. Alle Songs drücken für mich etwas Bestimmtes aus, ich glaube aber, dass es relativ kryptisch bleibt. Das ist auch okay, du wirst wahrscheinlich etwas anderes herauslesen, als ich es beabsichtigt hatte, jeder kann sie auf seine Weise interpretieren. Aber am Ende des Tages ist es doch einfach nur Rock´n´Roll...

 

"Putrefying Illusions" ist etwa acht Minuten kürzer als sein Vorgänger und hat darüber hinaus einen Song mehr. Entsprechend sind die Tracks insgesamt etwas kürzer als noch zuvor. War das eine zufällige Entwicklung oder hattet ihr das bewusst so geplant? Wenn ja, was waren die Gründe dafür?

Stefan: Nein, dahinter steckt kein Kalkül, es war einfach eine ganz natürliche Entwicklung. Wenn ich neue Songs schreibe, dann habe ich keine konkreten Vorgaben im Kopf, wie viele Riffs ein Song enthalten sollte oder wie lang er gehen soll. Lieder entstehen in einem natürlichen Fluss. Meist hat man eine Grundidee, auf deren Riff ein Song aufbaut und jedes weitere Riff bestimmt dann den weiteren Verlauf des Songs. Eine Idee formt die nächste, bis am Schluss ein kompletter Song entstanden ist.

 

Vor kurzem habt ihr einen Vertrag bei FDA Rekotz unterschrieben. Ein Label, das uns in den letzten Jahren einige Underground-Perlen näher gebracht hat. Wie kam der Kontakt mit FDA zu Stande und was war ausschlaggebend, dass ihr bereit ward euer altes Label zu verlassen?

Stefan: Ja, wir sind sehr froh darüber, nun bei FDA Rekotz unter Vertrag zu stehen. Das Label steht wirklich für Klasse statt Masse. Der Deal läuft über zwei Alben und wir freuen uns schon sehr auf die Zusammenarbeit! Ich glaube, Rico (Der wichtigste Mann hinter FDA Rekotz) hat damals LPs von "Dawn Of Winter" bei uns geordert. Dann haben wir auf dem "Grind The Nazi Scum"-Festival gespielt, welches er mitorganisiert und so ergab eines das andere. Zwischen Obscure Domain und uns gibt es aber kein böses Blut. Hacker (wiederum die Hauptperson hinter Obscure Domain) ist ein echt feiner Kerl und gerade menschlich gesehen haben wir uns immer bestens verstanden. Doch er weiß auch, dass seine Möglichkeiten begrenzt sind, gerade was Promotion angeht. Er konnte unsere Entscheidung jedenfalls voll verstehen und unterstützt uns auch weiterhin.

 

Ihr seid auch eine sehr aktive Live-Band und habt 2012 auf dem Party.San Open Air auf der Zeltbühne vor einem großen Publikum gespielt. Wie sehr hat es euch überrascht, dass so viele Metaller den Weg zur Zweitbühne gefunden haben? Stefan: Naja, ich würde uns nicht gerade als sehr aktive Live-Band beschreiben. Für dieses Jahr sind gerade mal noch drei Gigs angedacht, was aber auch daran liegt, dass wir aufgrund von Line-Up Problemen nicht so oft live spielen können und uns in der zweiten Jahreshälfte voll und ganz auf neue Songs konzentrieren wollen. Das Party.San war eine wirklich tolle Erfahrung für uns. Zuerst einmal war es natürlich saugeil, die Möglichkeit zu bekommen, auf einem solch renommierten Festival spielen zu dürfen. Zum anderen hätte ich echt nicht gedacht, dass so viele Leute ins Zelt kommen würden, um sich unsere Show anzusehen. Dieser Auftritt hat bei mir definitiv bleibenden Eindruck hinterlassen. Vielen Dank an die Party.San Macher, dass sie uns diese Chance gegeben haben und auch vielen Dank an die Leute, die ins Zelt gekommen sind, um uns zu sehen beziehungsweise zu hören.

Jules: Das Party.San war auf jeden Fall ein absolutes Highlight! Als ich auf die Bühne kam und sah, wie voll das Zelt ist, wurde ich doch etwas nervös. Aber das hat uns natürlich auch extrem motiviert. Insgesamt war es eine super Erfahrung, auch die Autogrammstunde bei eurem Stand. Hat mich gefreut, dass doch einige Leute vorbei kamen. Auch wenn ich aufgrund des Alkoholspiegels auch öfter mal auf den Tisch, statt auf die zu signierenden Sachen gekritzelt habe.

 

Im letzten Jahr hat sich in eurem Line-Up einiges verändert. Könnt ihr kurz erklären, wie es dazu kam, dass bis auf die Lead-Gitarre und den Gesang überall Veränderungen stattgefunden haben?

Stefan: Ja, gleich zwei Mitglieder haben die Band verlassen. Oli, unser damaliger Schlagzeuger, hat schon einige Monate vorher gesagt, dass er nach den Aufnahmen zum Album aussteigen wird. Er will sich voll und ganze auf seine Hauptband WEIRD FATE konzentrieren. Flo, der die zweite Gitarre gespielt hat, stieg während den Aufnahmen zu "Putrefying Illusions" aus, sodass ich auch seine Gitarrenparts übernehmen musste. Er kam damit nicht klar, sich nicht am Songwriting beteiligen zu können. Den Entschluss, deswegen auszusteigen, kann ich nachvollziehen, den Zeitpunkt eher nicht. Für einige Konzerte hat dann Kalle, unser Bassist, Schlagzeug gespielt. Mittlerweile trommelt O. von MEMBARIS für uns, was für uns eine wahre Bereicherung darstellt. Er bringt nicht nur das technische Können als Schlagzeuger mit, sondern auch eine ungeheure Musikalität. Außerdem haben wir mit Sascha auch einen neuen Gitarristen an Bord, der sich unsere Lieder im Eiltempo draufgeschafft hat.

 

In den letzten Jahren kamen viele gute und junge Old-School Death-Metal-Bands aus dem Untergrund hoch und viele sprechen sogar von einer neuen Death-Metal-Welle. Was denkt ihr darüber, ist der Zenit schon überschritten oder kann es noch höher hinausgehen?

Stefan: Ja, wer hätte vor einigen Jahren noch gedacht, dass Deutschland mal so viele geile Death-Metal-Bands wie WOUND, REVEL IN FLESH, CHARON oder SULPHUR AEON vorzuweisen hat. Der deutsche Underground ist also stärker denn je und muss sich sicher nicht vor anderen Ländern verstecken. Von einem Trend oder einer Death-Metal-Welle würde ich dennoch nicht sprechen. Diese Musik ist und bleibt eine Undergroundsache. Für die breite Masse ist das alles zu räudig und das ist auch gut so. Schau dir mal die Old-School Death-Metal-Konzerte an, da kommen keine Massen von Leuten hin. Solange der Underground so starke Bands wie die oben genannten hervorbringt, ist der Zenit noch längst nicht überschritten.

 

Ich habe gehört, dass du für das Debütalbum von PORTA NIGRA Gitarrensoli beigesteuert hast, Stefan. Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit dieser Black-Metal-Band?

Stefan: Na ja, die Jungs von MEMBARIS sind Kumpels von uns und ich habe ja auch auf deren letzten Album ein Gastsolo beigesteuert. Als deren Gitarrist dann seine eigene Band PORTA NIGRA gründete und mich fragte, ob ich Lust hätte, mich in Form einiger Soli daran zu beteiligen, habe ich natürlich sofort ja gesagt. Es hat eine Menge Spaß gemacht, mich dort musikalisch einzubringen. Es ist natürlich erstmal etwas anderes, sich ein Solo über die Musik eines anderen auszudenken, als über deine eigenen Songs, aber es ist auf der anderen Seite auch sehr belebend und lässt die Kreativität sprudeln. Ich denke und hoffe doch, dass ich auch auf dem nächsten Album der Band zu hören sein werde.

 

Deine Gitarrensoli erinnern generell sehr stark an klassischen Heavy Metal. Was sind deine genauen Einflüsse?

Stefan: Die Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten, denn wenn es um gute Gitarristen geht, da könnte ich unzählige nennen, die ich cool finde und die mich mit ihrem Spiel beeindrucken. Gerade in der Beziehung bin ich auch sehr offen und höre mir Leute aus verschiedenen Stilrichtungen an. Sollte ich aber die Leute, die mich wirklich enorm beeinflusst haben, auf eine Hand voll reduzieren, so wären das Uli Roth, Brian May, Joe Satriani, Eddie Van Halen und Yngwie Malmsteen. Daneben gibt es aber wie gesagt unzählige Gitarristen, die ich toll finde. Um nur ein paar zu nennen: Paul Gilbert, Randy Rhoads, Steve Vai, Jason Becker, Greg Howe, Allan Holdsworth, Shawn Lane, Mark Knopfler und noch viele mehr.

 

Was sind eure Pläne für den Rest des Jahres?

Stefan: Ganz frisch auf dem Markt ist unsere Split Single mit DEATHRONATION. Jede Band hat einen exklusiven, unveröffentlichten Song dazu beigesteuert. Herausgekommen ist die Single als Kooperation zwischen Whispers Of Death Records und Iron Bonehead Productions. Das Teil ist auf 500 Stück limitiert und kann entweder über die Bands oder die beiden Labels erstanden werden. Wir arbeiten bereits an neuen Stücken für unser drittes Album, weshalb wir wie schon erwähnt an der Livefront wohl etwas kürzer treten wollen. Ich denke mal, dass wir so im Herbst in die heiße Phase gehen werden, um das neue Material dann im Winter aufzunehmen. Außerdem sind wir gerade dabei, drei Stücke aufzunehmen. 'Maniac Destroyer', eines der Stücke, ist noch aus Demozeiten und dürfte Leuten, die uns etwas besser kennen, sicher geläufig sein. Die anderen beiden Songs sind natürlich nagelneu. Wir sind von dem bisherigen Ergebnis absolut überwältigt. Gerade von der technischen Umsetzung her sind die Stücke das Professionellste, was wir bisher abgeliefert haben und ich könnte mir vorstellen, dass so manch einer uns so etwas nicht zugetraut hätte. Wir klingen nun definitiv anders. Ihr werdet sehen. (lacht)

 

Ich bedanke mich recht herzlich bei euch für eure Zeit und überlasse euch die letzten Zeilen. Gibt es noch etwas, das ihr unseren POWERMETAL.de-Lesern mitteilen möchtet?

Stefan: Adrian, vielen Dank, dass du dieses Interview mit uns gemacht hast. Wir wissen den Support sehr zu schätzen. Danke an alle, die uns unterstützen. Grüße an Andy und CHARON / HATESPAWN, Ralf und REVEL IN FLESH, die Jungs von SULPHUR AEON, Sören und WOUND, DEHUMAN REIGN, Leimy und RECKLESS MANSLAUGHTER, Christian und CHAPEL OF DISEASE, Roy & Kellie und FUNERAL WHORE, Patrick und DECISION TO HATE, Simone von DIABOLICAL IMPERIUM, Nils und WEIRD FATE, MEMBARIS, PORTA NIGRA, ERASERHEAD, CHAOS INVOCATION und alle anderen Bands, mit denen wir die Bühne geteilt haben oder in Kontakt stehen.

 

Redakteur:Adrian Wagner

NecroSlaughter

Obscure Infinity – Der Name ist weniger als Hommage an GRAVE zu verstehen

von (29.09.2012 um 17:43 Uhr)



Ich mache da keinen großen Hehl drum, für mich sind OBSCURE INFINITY aus dem Westerwald aktuell die beste deutsche Death Metal Band. Die Kapelle hat mit ihrem zweiten Album eine perfekte Mischung aus packendem Songwriting, obskurer Atmosphäre und prägnanten Melodien erschaffen, das in dieser Konstellation jedwede Konkurrenz weit hinter sich lässt. Bereits zu ihrer Split mit den italienischen PROFANAL habe ich Gitarrist Stefan ein Interview nach der neuen Album versprochen. Endlich ist “Putrefying Illusions” über Obscure Domain verfügbar und ich konnte eine Hand voll Fragen an die Band richten….

1. Hey Stefan! Wie geht es Dir? Vielen Dank, dass Du mir und meinem bescheidenen Magazin ein Interview gibst. Versprochen worden ist dieses Gespräch ja schon zu eurer Split mit den Italienern von PROFANAL und nun ist es endlich soweit. In der Zwischenzeit hat sich bei euch einiges getan, doch dazu später mehr. Wie zufrieden seit ihr denn bisher mit dem Feedback zu euer neuen Platte “Putrefying Illusions”?

S.: Hey Chris! Erstmal vielen Dank für deine lobenden Worte! Wenn ich mir anschaue, wie viele geile Death Metal Bands es in Deutschland gibt, ist das doch ein echt sehr dickes Kompliment an uns, haha… mir geht es prächtig, gerade heute sind mir wieder ein paar feine Riffs für neue Songs eingefallen… das hebt doch gleich den Gemütszustand. Cool, dass es nun mit dem anvisierten Interview klappt! Und ganz nebenbei haben wir dafür zu danken, dass du dir die Zeit für ein Interview mit uns nimmst! Wir sind sehr zufrieden mit dem Feedback zu unserem Zweitling. Bisher waren die Resonanzen durchweg positiv. Bereits bei den Arbeiten an den Songs zu “Putrefying Illusions” waren wir alle sehr überzeugt vom neuen Material. Ich denke, wir haben auch einfach mittlerweile mehr Erfahrung, wie ein Song unserer Meinung nach zu klingen hat. Auch die Tatsache, dass die Songs nun im Schnitt etwas kürzer und dadurch straffer aufgebaut sind, war ein natürlicher Prozess und keine wirkliche Vorgabe beim Komponieren.

2. Die Bandgeschichte von OBSCURE INFINITY im Schnelldurchlauf: Gegründet 2007 gab es ein Jahr später das obligatorische Demo. Mittlerweile ist euer Back-Katalog um zwei Alben und die erwähnte Split mit PROFANAL angewachsen. Und wie ich eurem Interview auf Evilized.de entnehmen konnte, gab es jüngst noch einen mittelgroßen Besetzungswechsel bei euch, Gitarrist Florian und Drummer Oli haben die Band verlassen. Letzterer nach den Aufnahmen zum aktuellen Album, um sich mehr auf seine eigene Band WEIRD FATE zu konzentrieren. Florian hingegen verließ euch mitten im Recording. Kannst Du hier vielleicht etwas die Hintergründe beleuchten? Habe ich in meiner Zusammenfassung einen wichtigen Punkt vergessen?

S.: Ja genau, es kam zu einem Besetzungswechsel. Dass Oli die Band nach den Aufnahmen von “Putrefying Illusions” verlassen wird, war schon seit einigen Monaten klar. WEIRD FATE ist halt seine Hauptband und begleitet ihn schon viele Jahre. Irgendwann sagte er dann nach einer Probe, dass er aussteigen wird, aber erst nach den Aufnahmen. Das war für uns natürlich erstmal eine komische Situation. Seit der Gründung haben wir in dieser Formation gespielt und Death Metal Schlagzeuger wachsen ja bekanntlich leider auch nicht auf Bäumen. Glücklicherweise hat O. von MEMBARIS nun hinter dem Schlagzeug Platz genommen. Er ist ein wirklich fabelhafter Schlagzeuger mit einem großartigen technischen Können und enormen musikalischem Talent. Allerdings ist er momentan in vier Bands gleichzeitig aktiv, was einen Zeitmangel mit sich bringt, gerade was Liveaktivitäten angeht. Flo hat sich während den Aufnahmen dazu entschieden, die Band zu verlassen. Der Grund ist eigentlich schnell erklärt: Ich mache die Musik bei uns und damit kam er nicht klar. Ich kann das auch verstehen, aber so läuft das nun mal bei uns. Warum er allerdings gerade zu den Aufnahmen ausgestiegen ist und das Album nicht noch mit eingespielt hat, verstehe ich nicht so wirklich. Immerhin haben wir viel Zeit darauf verwendet, die neuen Songs zusammen spielen zu können. Für Flo kam Sascha in die Band, der sich wirklich sehr schnell unsere Songs drauf geschafft hat. In der jetzigen Konstellation fühlen wir uns sehr wohl, auch wenn uns natürlich klar ist, dass wir uns an der Livefront nicht so rar machen sollten. An diesem Problem sind wir auch schon am werkeln.



3. Sprechen wir das offensichtliche aus: Euer Bandname ist dem gleichnamigen und göttlichen GRAVE-Song entliehen. Wie kam es zu dieser Wahl? Euer Sound unterscheidet sich ja schon von den schwedischen Urgesteinen…

S.: Wir wollten einen Namen, der geheimnisvoll und ausdrucksstark klingt. Es waren damals einige Namen im Gespräch, von denen mir einige bis heute sehr peinlich sind, haha… eines Tages war ich (mal wieder) das “Into The Grave” Album am hören und dachte mir, “Obscure Infinity” wäre ja schon ein saucooler Bandname. Ich kam mit dem Vorschlag zur nächsten Probe und den anderen gefiel der Einfall. Uns war schon klar, dass es schon mal eine Band namens OBSCURE INFINITY gab, aber ehrlich gesagt waren wir von dem Bandnamen so begeistert, dass wir uns darum gar keine Gedanken mehr machten. Der Name ist also weniger als Hommage an GRAVE zu verstehen. Natürlich liebe ich die Musik der Schweden, gerade die ersten drei Alben gehören zum Standartrepertoire eines jeden Old School Death Metal Hörers, aber wir wählten den Namen einfach, weil er uns gefiel und nicht, um GRAVE zu huldigen.

4. Euer Demo “Into The Depth Of Infinity” kam gerade mal ein Jahr nach Bandgründung heraus. Es hat ein – im direkten Vergleich – wesentlich typischeres Death Metal Artwork. Soweit ich das aber in Ermangelung einer Kopie sagen kann, fand kein Song des Demos seinen Weg auf eurer erstes Album. Erzähl mir Unwissenden alles über euer erstes Lebenszeichen! Ich gehe mal davon aus, dass als Medium die simple und günstige CDr gewählt wurde, richtig? Unterscheidet sich “Dawn Of Winter” musikalisch sehr von “Into The Depth Of Infinity”? Mal davon abgesehen, dass man sich als Musiker und gerade als junge Band eh entwickelt. Wenn ich nun (nicht ganz unbegründetes) Interesse an dem Teil habe, wie kann ich es bekommen? Habt ihr noch Kopien rumfliegen, oder stellt ihr die fünf Lieder vielleicht zum Download/Stream auf Bandcamp bereit?

S.: “Into The Depths Of Infinity” wurde im Frühjahr 2008 aufgenommen. Als wir mit der Band anfingen, Musik zu machen, hatten wir eigentlich gar keine großartigen Ziele. Wir wollten einfach nur Musik zusammen machen, sonst nichts. Als wir dann ein paar Lieder zusammen hatten, kamen wir auf die Idee, sie mal aufzunehmen und zu schauen, wie das so klänge. Über unseren (damaligen) Schlagzeuger Oli kam der Kontakt zu Nils, dem Sänger und Gitarristen von WEIRD FATE zustande. Er kennt sich halt mit Recording sehr gut aus und so fragten wir ihn, ob er Lust hätte, die Lieder aufzunehmen. Gesagt, getan. Das Demo wurde komplett in unserem Proberaum aufgenommen und war anfangs eigentlich nur als Prerecording gedacht. Aus heutiger Sicht denke ich, dass man dem Demo anmerkt, dass wir als Band noch nicht ganz zusammengewachsen waren. Vom Sound und von den Songs her hatten wir uns noch nicht so richtig gefunden. Aber das ist nur meine Meinung, es gibt auch genügend Leute, die das Demo absolut spitze finden. Es kam damals auf CD-R raus. Das war der einfachste Weg, auch wenn ich aus heutiger Sicht lieber eine Tapeveröffentlichung vorziehen würde. Da wir damals genug Booklets haben drucken lassen, kann das Demo jederzeit bei uns geordert werden. Eine Zeit lang konnte man das Demo auch gratis downloaden. Und die Gründe, warum kein Song vom Demo noch mal aufgenommen wurde, lagen einerseits darin begründet, dass wir stets genug neue starke Songs zur Verfügung hatten und andererseits auch keinen Sinn darin sahen, einen bereits aufgenommenen Songs nochmals aufzunehmen. Dennoch spielen wir “Maniac Destroyer” vom Demo bei wirklich jedem Konzert als krönenden Abschluss und nicht selten habe ich das Gefühl, das dieser Song mit am besten beim Publikum ankommt. Mittlerweile würde ich auch für diesen Song gerne eine Ausnahme machen und ihn noch mal neu aufnehmen. Erstens spielen wir ihn heute etwas anders als noch zu Demozeiten und zweitens habe ich damals kein Solo darüber eingespielt. Daher wirkt er für mich bis heute nicht komplett und schreit nach Vervollständigung, haha…


5. Ich habe es in der letzten Frage bereits angedeutet: Eure Alben haben vergleichsweise genre-untypische Artworks. Das zerfallende Kloster auf “Dawn Of Winter” oder das düstere Wald/Kreuz/Kirchen-Bild von “Putrefying Illusions” zeigen immer einen religiösen Charakter, der im frühen Death Metal deutlich stärker visualisiert wurde. Doch heute wirken diese stimmungsvollen Illustrationen erfrischend anderes. Ich gehe mal davon aus, dass ihr euch ein paar Gedanken bei der Auswahl der Motive gemacht habt und nicht willkürlich das nächstbeste Death Metal-Motiv genommen habt… Wie wichtig ist der optische Aspekt des Death Metals für Dich und OBSCURE INFINITY?

S.: Für uns sind das Coverartwork und die generelle grafische und layouttechnische Umsetzung sehr wichtig. Sie komplettieren die musikalische Darbietung. Ich persönlich hasse es, wenn Booklets oder Cover total lieblos und langweilig gestaltet sind. Zudem hasse ich moderne Photoshop Cover. Das hat für mich nichts mit Death Metal zu tun. Wir entschieden uns dazu, dass wir bei “Dawn Of Winter” ein Ölgemälde als Cover nutzen wollen. Außerdem sollte es Raum zur Interpretation geben und nicht irgendwie plump oder oberflächlich rüberkommen. Bei “Putrefying Illusions” war schnell klar, dass wir wieder auf ein Ölgemälde setzen wollen. Ich denke, dass sowohl das Cover von “Dawn Of Winter” als auch das von “Putrefying Illusions” eine gelungene visuelle Umsetzung des Albumtitels ist, über die man sich Gedanken machen und durchaus zu vielen verschiedenen Schlüssen kommen kann. Generell mag ich es, wenn Cover dem Hörer sozusagen eine eigene Welt eröffnen, in die er beim Hören eintauchen kann. So etwas haben wir immer vor Augen, wenn es darum geht, ein geeignetes Cover auszuwählen.

6. Das Demo ziert ein schön obskures Motiv mit vielen Schädeln, die aus einer Masse entwachsen und die Split mit PROFANAL zeigt einen Friedhof. Klassische Szenarien des Genres. Wer hatte hier die Ideen und weicht vom Corporate Identity (bewusst?) ab?

S.: Naja, wenn ich ehrlich bin, dann muss ich zugeben, dass mir zu Demozeiten noch gar nicht so bewusst war, dass man die Werke von Künstlern nutzen darf, wenn die Urheberrechtsfrist abgelaufen ist. Hätte ich das damals schon gewusst, so hätte das Demo wohl auch ein anderes Motiv verpasst bekommen, haha… Es ist übrigens kurioserweise die abfotografierte Maserung eines Schrankbrettes… für uns war das Motiv damals eher eine Notlösung, weil wir keine Ahnung hatten, wie man an ein cooles Cover kommt. Aber ich kann dennoch auch heute noch gut mit der damals getroffenen Entscheidung leben. Ich denke, es gab schon wesentlich schlechtere Demo Cover, haha. Das Cover zur Split mit PROFANAL hat einen anderen Hintergrund: Wenn man mit einer anderen Band zusammen etwas herausbringt, so muss man sich auch untereinander abstimmen, wie das Cover und das sonstige Layout ausfallen soll. Der Vorschlag zu dem Cover kam von mir. Mir gefiel das Motiv sehr gut und es ist ja nicht so, dass wir auf solche Schwarz Weiß Zeichnungen nicht auch stehen würden. Außerdem war mir gleich klar, dass den Jungs von PROFANAL dieses Bild sicher auch zusagen würde. Klar weicht es von unseren Albummotiven ab, aber wir wollen uns da auch nicht selbst limitieren.

7. Wie kam eigentlich die Zusammenarbeit mit PROFANAL für die Split zustande? War das eine Idee von beiden Bands? Oder hat Matt von Dark Descent hier die Initialzündung gegeben? Wie kam eigentlich der Kontakt zu dem Label zustande? Bestand da eigentlich im Anschluss kein Interesse von Matt, euer neues Album auch in den USA zu veröffentlichen?

S.: Wir haben uns über MySpace kennengelernt. Ich glaube, wir haben sie damals angeschrieben, dass uns ihre Musik total gut gefällt. So entstand ein reger Kontakt. Dies führte dazu, dass wir sie in Italien besuchten und auch gleich dort mit ihnen zusammen ein Konzert spielten. Dann kamen sie uns besuchen und spielten mit uns ein Konzert in Koblenz. Bei den dazugehörenden Trinkgelagen kam dann auch die Idee auf, eine gemeinsame Splitsingle herauszubringen. Irgendwann erhielten wir dann eine Mail von Matt, ob wir nicht Lust hätten, eine Single über Dark Descent herauszubringen. Ich fragte ihn dann, ob auch eine Split Single okay für ihn wäre. Er war damit einverstanden und schlug HORRENDOUS vor. Unter normalen Umständen wäre das ja auch kein Thema gewesen, aber da wir das mit PROFANAL schon abgemacht hatten, mussten wir Matt verklickern, das es unbedingt PROFANAL sein müssen. Naja, am Ende haben wir es auch so gemacht und ich denke, es ist schon eine coole Split geworden. Als wir unser zweites Album fertig aufgenommen hatten, habe ich ihn gefragt, ob er Interesse an einem Vinyl Release hätte. Eigentlich hat er reges Interesse bekundet, sich dann aber nicht mehr gemeldet. Naja, er hat halt auch viel um die Ohren mit seinen Bands und wir laufen niemandem hinterher.



8. Euer Beitrag zur Split, “Sign Of The Nightsky” ist für mich der absolute Death Metal Hit 2011 gewesen und hat die Erwartungen in “Putrefying Illusions” mächtig hoch gesetzt. “Dawn Of Winter” war bereits ein guter Einstand, aber alleine handwerklich habt ihr euch auf eurem zweiten Album unglaublich weiter entwickelt. Der Anteil der zweistimmigen Riffs ist wesentlich höher, die Harmonie zwischen obskuren und dissonanten Riffs und mitreißenden Melodien ist perfekt ausgefeilt und die gesamten Songstrukturen wirken ausschweifend genug, um eure virtuosen Ideen auszuleben, euch von der breiten Masse an ODSM-Bands abzuheben. Gleichzeitig sind sie aber immer noch so kompakt, dass keine langatmigen Passagen auftreten. Gerade bei den langsameren, etwas doomigeren Songs ein richtiges Kunstwerk. Wie siehst Du die Entwicklung von OBSCURE INFINITY? Vielleicht sogar über all eure Releases hinweg?

S.: Vielen Dank, es freut mich, dass dir “Sign Of The Nightsky” so gut gefällt! Anfangs war ich etwas skeptisch, ob man solch einen Song für eine Split “verbraten” sollte, mittlerweile denke ich aber, dass es die richtige Entscheidung war. Ich denke, der Hauptunterschied zu “Dawn Of Winter” liegt in der Tatsache, dass wir diesmal noch fokussierter an die Songs rangegangen sind und ein noch klareres Bild vor Augen hatten, wie ein Song klingen soll. Auch wirken die einzelnen Songs auf mich etwas mehr aus einem Guss, als die auf “Dawn Of Winter”. Beim Komponieren der neuen Stücke habe ich auch viel mehr auf zweistimmige sich ergänzende Gitarren gebaut, als noch auf dem Debüt. Das hast du sehr gut erkannt. Was uns sicher auszeichnet, ist, dass man uns schwer in eine bestimmte Schublade stecken kann. Wir nehmen Einflüsse von schwedischen Bands wie Unleashed und Grave, amerikanischen Bands wie Death und Autopsy, niederländischen Bands wie Asphyx und frühe Pestilence und natürlich deutschen Bands wie etwa Morgoth und machen daraus unsere ganz eigene Art von Death Metal. Hinzu kommen die leichten Thrash und Black Metal Einflüsse und die Solopassagen, die nicht so viel mit herkömmlichen Death Metal zu tun haben. Ich denke, man kann unsere musikalische Entwicklung sehr gut vom Demo über das Debütalbum hin zu neuen Album nachvollziehen. Als Künstler hat man dabei ja meist eine gewisse Vision vor Augen. In der Musik ist das ein Idealbild, wie diese Band klingen soll. Für mich ist das ein bestimmter Sound, bestimmte Riffs und Songs und dieses Ziel habe ich als Songwriter noch nicht erreicht und darüber bin ich froh. Wäre es so, so hätte der letzte Song “Farewell” einen wörtlich zu nehmenden Charakter. Und außerdem: Ein großer (Jazz) Musiker hat mal gesagt, dass man sich über jedes neue Album, das man erschaffen hat, freut, aber gleichzeitig auch hofft, dass es nicht das Beste ist. Dem kann ich nur zustimmen.

9. Gleichsam im Interview mit Evilized.de hast Du Dein Songwriting etwas erklärt: Für die Death Metal Songs verwendest Du Disharmonien und teilweise nicht aufgelöste Spannungsbögen, Deine Soli sind aus dem Hardrock und im speziellen von den SCORPIONS beeinflusst. Dazwischen passieren aber noch so viele Nuancen, alleine die Aufbauten von Riff und drüberliegendem Lead, oder auch teilweise einfach die polyphone Konstruktion mancher Passagen. Sind es diese Kontraste, obskure Riffs und prägnante Melodien, bretternde Songs und liebliche Intermezzi, die OBSCURE INFINITY meiner Meinung nach zur besten deutschen Death Metal Band machen? Wie wichtig ist gerade die melodischen Momente in euren Songs, die prinzipiell eher diesen destruktiven, modrigen und makabren Charme versprühen sollen?

S.: Haha ja, ich bin riesiger SCORPIONS Fan… diese Band begleitet mich schon mehr als zwanzig Jahre meines Lebens und ist definitiv eine meiner absoluten Lieblingsbands. Daneben höre ich aber auch viele andere Hardrock und Heavy Metal Bands, von denen ich mir sicherlich einiges für unsere Solopassagen abgeschaut habe. Was unsere Songs an sich angeht, so ist mir die Atmosphäre das Wichtigste überhaupt. Ein Riff oder eine Melodie muss eine gewisse Stimmung verbreiten. Manche Bands schreiben Riffs, die zwar live gut funktionieren und das Publikum mitgehen lassen, sonst aber eher etwas aussagelos klingen. Das ist halt nicht so mein Ding. Ich versuche viel mehr, mit Riffs Geschichten zu erzählen und Klanglandschaften entstehen zu lassen, dabei aber den Bezug zum räudigen Death Metal nicht zu verlieren. Melodien müssen dabei meiner Ansicht nach düster und gefährlich klingen. Von mir aus auch mal melancholisch, nur schnulzig oder klebrig süß dürfen sie nicht sein. Das ist halt ein schmaler Grat. DISSECTION waren Meister der bösen und schaurig schönen Melodien. Generell versuche ich halt Songs zu erschaffen, keine Riffansammlungen. Ich finde es wichtig, dass jeder Song sein eigenes Gesicht hat und markant genug ist, um wiedererkannt zu werden. Es gibt zwar Alben, dir mir gefallen, auf denen man kaum einen Song vom anderen unterscheiden kann, aber für unsere Musik ist mir das schon sehr wichtig.

10. In meinem Review zu “Putrefying Illusions” habe ich es schon erwähnt: Für mein Verständnis des Albums, für den Fassettenreichtum und die Abwechslung, wären die vier Zwischenspiele (In- und Outro mitgerechnet) im Gesamtbild nicht notwendig. Dennoch habt ihr euch Entschieden, das Album damit zu umrahmen und zu unterteilen. Vielleicht gibst Du mir Einsicht in eure Ideen hinter diesem Aufbau und diesen sehr melodischen und fast schon lieblichen Unterbrechungen. Vielleicht kann dann sogar so ein grobschlächtiger Stumpfbold wie ich es dann verstehen, haha!

S.: Hehe ja, ich habe schon beim Lesen deines Reviews bemerkt, dass du nicht unbedingt ein Freund unser Akustikstücke bist. Dennoch fasse ich es natürlich als Kompliment auf, wenn diese Intermezzi deiner Meinung nach aufgrund des Fassettenreichtums der regulären Songs gar nicht nötig gewesen wären. Für uns sind diese Akustikstücke ein wichtiger und essentieller Bestandteil unserer Musik. Wie ich schon erwähnte, ist so etwas wie Atmosphäre ein integraler Bestandteil unseres Schaffens. Akustikgitarren erzeugen ihre ganz eigene Stimmung und lassen mit ihrem warmen, organischen Ton die Fantasie abschweifen. Zum einen ist es also so, dass diese Zwischenstücke einfach zu unserem Klangkosmos dazugehören. Ich könnte mir ein Album von uns ohne diese Akustikeinschübe gar nicht mehr vorstellen. Zum anderen ist es aber natürlich auch so, dass diese Intermezzi – ganz pragmatisch gesehen – auch so etwas wie eine Verschnaufpause darstellen, nach denen man sich wieder voll und ganz auf die folgenden Stücke konzentrieren kann. Und auf Albumlänge gesehen sind sie so etwas wie Strukturgeber. Mir persönlich gefällt der Kontrast zwischen harschen Bandsongs und verträumten Akustikpassagen, aber das ist halt wirklich Geschmackssache! Eine kleine Anekdote am Rande: Ein Maniac aus Italien wollte unbedingt “Dawn Of Winter” auf Tape herausbringen. Anscheinend teilte er deine eben genannte Grobschlächtigkeit (nicht so ernst gemeint!) nur zu gut und unterbreitete uns den Vorschlag einer “Special” Tape Edition, der wie folgt aussah: Alle Songs von “Dawn Of Winter”, bloß ohne das ganze Akustikgeplänkel, das ja eh unnötig sei, haha… naja, das Tape kam am Ende raus, aber natürlich mit allen Songs.

11. Dass Fans und Medien von eurem aktuellen Album hin und weg sind, ist hinreichend bekannt und mehr als verständlich. Doch wie schaut es bei euch aus? Wie sehr ihr das Album mit etwas Abstand? Jeder Musiker hat immer eine Kleinigkeit, die er anders machen würde, was wäre das an “Putrefying Illusions”?

S.: Da sprichst du etwas sehr interessantes an. Als Musiker hat man nie den nötigen Abstand zu seinem eigenen Schaffen, jedenfalls geht es uns da so. Wir konnten anfangs überhaupt nicht abschätzen, wie das Album so bei den Leuten ankommen wird und wie es im Vergleich zu seinem Vorgänger abschneiden wird. Wir selbst waren ja wie gesagt schon recht früh sehr überzeugt von den Songs an sich. Ich kann nur sagen, dass ich mit “Putrefying Illusions” sehr zufrieden bin. Natürlich findet man als Musiker immer irgendwelche Passagen, die man hätte noch sauberer und besser einspielen können. Gerade auf “Dawn Of Winter” gibt es davon genug, haha…aber ich denke, Old School Death Metal ist eine Musik, die nicht nach Perfektion in der Ausführung schreit, sondern bei der das gewisse Etwas, das Feeling und die Atmosphäre viel wichtiger sind.

12. Bereits für “Dawn Of Winter” seit ihr beim kleinen, aber sehr feinen Untergrund-Label OBSCURE DOMAIN untergekommen. Nicht nur namentlich sehr passend, sondern auch in Anbetracht von Hackers gutem Geschmack für seine Releases und seine Reviews/Interviews im Unholy Domain und Voicesfromthedarkside.de. Scheinbar war die Zusammenarbeit für euer Debüt für beide Seiten so befriedigend, sodass ihr euch auch mit “Putrefying Illusions” wieder in die OBSCURE DOMAIN begeben habt. Wie zufrieden seid ihr aktuell mit der Arbeit des kleinen Qualitäts-Labels?

S.: Hacker ist halt nicht nur jemand, der schon saulang in der Szene aktiv ist und auch heute noch total und mit vollem Enthusiasmus in diesem Underground Death Metal Ding drinsteckt, sondern er ist auch schlicht und einfach ein verdammt netter und sympathischer Zeitgenosse. Die Zusammenarbeit mit Obscure Domain verlief stets reibungslos und so haben wir uns geeinigt, auch das zweite Album bei ihnen herauszubringen.

13. OBSCURE DOMAIN waren für die CD-Version verantwortlich. Die Schallplatte soll über CHAOS RECORDS rauskommen, gell? Wisst ihr schon genaueres? Wann kommt die LP-Version? Wird man die auch in Deutschland bekommen? Ich gehe davon aus, dass FDA Rekotz ein paar Einheiten reinbekommt. Werdet ihr die Platte auch verkaufen? Gibt es Unterschiede zur CD?

S.: Nein, leider wissen wir nichts genaueres, was die Vinylveröffentlichung angeht. Eigentlich sah die Planung von Chaos Records vor, dass ihre Vinylveröffentlichung zeitgleich mit der CD Veröffentlichung erfolgen sollte. Leider muss ich sagen, dass Chaos Records sich nicht als sehr zuverlässig erwiesen haben und uns nun schon mit mehreren fadenscheinigen Ausreden vertrösteten. Mein letzter Stand ist, dass sie das Master im Oktober oder November ans Presswerk geben wollen. Ehrlich gesagt sind wir ziemlich gefrustet, was das angeht und wir ärgern uns darüber, dort einen Vertrag über die Vinylveröffentlichung unterschrieben zu haben. Aber aus solchen Fehlern lernt man. Falls das Vinyl also noch gepresst werden sollte, dann werden FDA sicher einige Exemplare bekommen. Wir bekommen – ich müsste es noch mal nachlesen – 80 Stück, wenn ich mich nicht irre. Insofern wird man die LP Version also auch über uns beziehen können. Sobald es diesbezüglich relevante Neuigkeiten gibt, werden wie diese natürlich auch kundtun. Musikalisch sind die CD und LP Version deckungsgleich. Was das Layout betrifft, kann ich leider gar nichts sagen. Auf meine Frage, ob wir uns um das LP Layout kümmern sollen, habe ich trotz mehrfachem Nachfragen nie eine Antwort bekommen und es gibt bisher auch keine Anzeichen dafür, dass sich Chaos Records schon um irgendwas gekümmert hätten.

14. Dieses Jahr hattet ihr die Möglichkeit auf der neuen, kleinen Zeltbühne des Party.San Open Airs zu spielen. Wie war der Gig für euch? Die Publikums-Resonanz war ja großartig, und auch die geringe Überschneidung mit den mächtigen IMMOLATION war euch scheinbar nicht sonderlich von Nachteil…Ich fand euren Auftritt wirklich großartig, ein Highlight des Festivals! An dieser Stelle muss ich noch mal euren Sänger Jules lobend erwähnen, der wirklich ein sehr energiegeladener und charismatischer Frontmann ist. Respekt! Auch für die Nummer mit dem abgeranzten Schädel. Verdammt, dagegen sind MAYHEM Kindergeburtstag, so muss Death (!!) Metal zelebriert werden! Auch wenn diese Frage bereits bei den Kollegen Evilized.de gestellt wurde, wie war der Auftritt aus eurer Sicht?

S.: Der Auftritt war fantastisch und ein voller Erfolg für uns! Wir hatten einen spitzenmäßigen Sound und die Zuschauerreaktionen waren echt überwältigend. Ich hätte mir auch vorher nicht träumen lassen, dass das Zelt so voll wird bei unserem Auftritt. Danke noch mal an die Party.San Macher, uns diese Chance zu geben! Ja, Jules hat das Charisma, das man als Sänger braucht. Natürlich kommt seine Art nicht bei jedem so positiv rüber, aber das ist ganz normal. Er zieht halt sein Ding durch und entweder, es gefällt oder auch nicht. Haha, den Schädel hat ihm Tim, der Ex-Bassist von FUNERAL WHORE aus Holland mitgebracht. Er wohnt direkt neben einem Friedhof…

15. Nicht nur der Auftritt auf dem PSOA, sondern auch direkt zwei Stories in den wichtigsten und besten deutschen Fanzines, dem Necromaniac und dem Mystical Music, das ist ein unglaublicher Erfolg für eine junge Band. Eigentlich könntet ihr euch nun auch direkt Auflösen, denn die Erwartungen an das dritte Album dürften überdimensioniert hoch und somit nicht zu erfüllen sein, haha! Nein, Spaß beiseite, was steht denn für eure nächste Zukunft an? Beim Evilized.de spracht ihr vom fleißigen Schreiben neuer Songs und einer kommenden Split mit DEATHRONATION, mit denen ihr auch schon auf Tour wart. Solltet ihr euch nicht ein bisschen kreative Pause gönnen, so kurz nach dem Release von “Putrefying Illisions”? Oder wollt ihr nun in ähnlichen Turnus wie ENTRAILS verfallen, die sich scheinbar ein Album/Jahr vorgenommen haben?

S.: Ja, wir konnten uns bisher nicht beklagen. Zugleich im Necromaniac und im Mystical Music vertreten zu sein und noch dazu auch auf deren Begleit-Samplern mit drauf zu kommen, war für uns eine echte Ehre. Thomas und Ralf sind zwei echt coole Typen, bei denen wir uns an dieser Stelle auch noch mal ausdrücklich für deren Unterstützung bedanken wollen! Ja, als nächstes steht die Split Single mit DEATHRONATION an. Als wir damals “Sign Of The Nightsky” aufnahmen, haben wir gleich noch einen weiteren Song aufgenommen, der auf den Namen “Absurd Existence” hört und nun auf diese Split Single kommt. Wegen eines neuen Albums mache ich mir weniger Sorgen. Ich schreibe schon wieder an neuen Songs, aber wir nehmen erst ein neues Album auf, wenn wir genügend richtig gute Songs beisammen haben. Wir setzen uns da nicht unter Druck. Es ist viel mehr so, dass ich halt echt tierisch Bock drauf habe, neue Songs zu machen und sie im Bandkontext zu hören. Wirklich konkrete Pläne gibt es zum dritten Album also noch nicht, aber wenn wir genug Lieder zusammen haben, könnte ich mir eine Aufnahme Mitte bis Ende nächsten Jahres gut vorstellen.

16. Stefan, vielen Dank für Deine Zeit und Deine Antworten. “Putrefying Illusions” ist ein grandioses Album und definitiv eine Pflichtveranstaltung für jeden Death Metal Fan! Ich persönlich bin auf eure nächsten Releases gespannt und freue mich erst mal auf die kommende Split. Die Erwartungen in das nächste Album sind schon mal verdammt hoch, aber fühle Dich nun bitte nicht unter Druck gesetzt, jeder kann mal versagen, haha! Ich wünsche euch auf jeden Fall noch viel Erfolg auf eurem weiteren Weg und hoffe, euch alsbald mal bei mir in der Nähe noch mal live zu sehen. Die letzten Worte des Interviews gehören Dir und OBSCURE INFINITY!

S: Chris, wir haben dir zu danken! Es ist uns eine Ehre, nun auch mit einem Interview auf NecroSlaughter vertreten zu sein! Wir wissen, was eine Band wie wir kleinen, aber feinem Online Zines wie deinem zu verdanken haben! Leute wie du halten diese Undergroundbewegung mit ihrer Hingabe zur Musik so lebendig! Vielen Dank an alle, die uns unterstützt haben und Grüße natürlich auch an alle Bands, mit denen wir zusammen gespielt haben oder mit denen wir in Kontakt stehen, im besonderen MEMBARIS, FUNERAL WHORE, REVEL IN FLESH, DESERTED FEAR, SULPHUR AEON, CHARON, PROFANAL, ESCARNIUM, WEIRD FATE und CHAOS INVOCATION!

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Evilized.de

Obscure Infinity – Interview

Mit ihrem zweiten Full-Length Album ”PUTREFYING ILLUSIONS” sorgte die aus dem Westerwald stammende Truppe OBSCURE INFINITY vor wenigen Wochen erneut für reichlich Aufsehen in der Death Metal Szene. Gitarrist ”Stefan” und Sänger ”Jules” sprechen bei EVILIZED über die musikalische Weiterentwicklung der Band und wichtige Einflüsse beim Entstehen neuer Songs.

  

I.Zunächst einmal Glückwunsch zu eurem sehr gelungenen Zweitwerk! Wie sind die bisherigen Reaktionen der Szene zu ”PUTREFYING ILLUSIONS” ausgefallen?

 

S: Vielen Dank! Es freut mich, dass dir unser zweites Album gefällt! Also bisher haben wir wirklich nur positive Reaktionen vernommen. Wir waren aber auch von Anfang an sehr überzeugt von dem Album. Die Songs sind meiner Meinung nach noch stärker als auf “Dawn of Winter”. Außerdem klingt das Album meiner Ansicht nach mehr aus einem Guss als sein Vorgänger. Insgesamt denke ich, dass es eine düstere Atmosphäre verbreitet, den Geist der alten Tage atmet und dennoch eigenständig klingt. Natürlich ist diese Art des Death Metals nicht jedermanns Sache und ich denke, es werden auch noch weniger euphorische Reviews auf uns zukommen. Aber hey, wir spielen diese Art von Musik, weil wir sie lieben und weil sie genau das ist, was wir machen wollen. Die “Allseits beliebt” Medallie können sich meinetwegen andere Bands an die Brust heften.

 

II.Im Zuge eurer neuen Platte kam es ebenfalls zu Line-Up-Änderungen. Euer langjähriger Gitarrist ”Florian” hat die Band verlassen und wurde durch den nun aktiven ”Sascha” ersetzt. Hatte dieser Wechsel Auswirkungen auf den Songwritingprozess der neuen Stücke?

 

S: Nein. Flo verließ die Band genau genommen während den Aufnahmen zu “Putrefying Illusions”, so dass ich auch seine Gitarrenparts mit einspielen musste. Sascha stieß erst zur Band, als die Aufnahmen bereits beendet waren. Auch Oli, unser damaliger Schlagzeuger, hat die Band nach den Aufnahmen verlassen. Allerdings war das schon einige Monate vorher klar. Er will sich voll und ganz auf seine Hauptband WEIRD FATE konzentrieren. Flos Ausstieg kam da doch um einiges überraschender. Aber wir fühlen uns wohl mit dem neuen Line Up und ehrlich gesagt denke ich auch, dass dieser personelle Wechsel uns eher gut getan als geschadet hat.

III.Zwischen der Veröffentlichung eures Debüts ”DAWN OF WINTER” und der des aktuellen Werkes ”PUTREFYING ILLUSIONS” liegen ziemlich genau zwei Jahre. Wie habt ihr euch in der Zwischenzeit als Musiker weiterentwickelt? Hat sich die Herangehensweise beim Schreiben von neuem Material seit den Anfangstagen der Band geändert?

 

S: Naja, ich denke, wir haben einiges an Liveerfahrung dazugewonnen. Die Herangehensweise beim Entstehen von Songs hat sich schon etwas verändert. Am Anfang habe ich wirklich alles alleine gemacht und wohl auch machen wollen. Ich habe die Musik geschrieben und mir dazu Texte ausgedacht. Ehrlich gesagt denke ich aber, dass ich kein wirklich guter Texteschreiber bin. Bei “Dawn Of Winter” fing dann Jules an, zu einigen Liedern die Texte beizusteuern. Mittlerweile machen wir es so, dass ich die Musik schreibe und Jules alleine für die Texte aller Songs zuständig ist. Diese Herangehensweise hat sich als sehr positiv erwiesen, denn die Texte auf dem neuen Album sind viel tiefgründiger und besser als alles, was ich fabriziert hätte. Eine weitere Veränderung ist sicher, dass wir zum zweiten Album oft viel genauere Vorstellungen hatten, wie ein Song klingen soll. So wurde viel fokussierter an den Stücken gearbeitet. Generell sind die Lieder im Schnitt etwas kürzer ausgefallen und kommen somit eher auf den Punkt. Auch was die Gitarrensoli betrifft, so bin ich mit dem neuen Album um einiges zufriedener als mit unserem Erstling. Der Gitarrensound ist gerade im Bezug auf die Soli viel besser ausgefallen und die Leadpassagen sind auch nicht so überhastet eingespielt worden wie es teilweise auf “Dawn Of Winter” der Fall war.

 

IV.Klangtechnisch habt ihr mit der neuen Platte einen großen Sprung gemacht. Der Sound auf ”PUTREFYING ILLUSIONS” ist weniger kalt und wirkt insgesamt deutlich dunkler als auf dem Vorgänger. Wie bewertet ihr selbst diese Entwicklung?

 

S: Also mit dem Sound von “Dawn Of Winter” sind wir nach wie vor sehr zufrieden. Natürlich muss man es klanglisch schon modrig und derb mögen, um mit dem Sound unseres Debüts klarzukommen. “Putrefying Illusions” klingt halt anders, aber auch geil. Für mich klingt das neue Album verdammt düster und atmosphärisch. Außerdem hat es diesen altmodischen Touch, weil es halt gerade nicht so überproduziert klingt wie viele andere Veröffentlichungen. Aufgenommen haben wir mal wieder in den Klangkerker Studios. Nils von WEIRD FATE hat ja bisher all unser Zeug aufgenommen. Er hat auch den Mix gemacht. Nur das Mastering fand diesmal woanders statt, nämlich im Necromorbus Studio in Stockholm. Sverker Widgren hat denke ich einen sehr guten Job gemacht.

 

V.Ihr erzeugt auf ”PUTREFYING ILLUSIONS” eine sehr düstere und intensive Atmosphäre. Im Kontrast hierzu stehen jedoch die immer wieder eingeflochtenen Akustiksongs mit einer harmonischen und fast schon verträumten Stimmung. Welche verschiedenen Einflüsse wirken beim Komponieren neuer Songs auf euch?

 

S: Die Herangehensweise an Akustikstücke ist eine grundlegend andere als bei den anderen Songs. Bei akustischen Sachen mag ich es melodisch und harmonisch stimmig. Bei den regulären Stücken breche ich dagegen gerne aus der Tonart aus, bringe disharmonische Noten ins Spiel und erzeuge somit Spannung. Ich denke, das diese ungehobelte Herangehensweise zum Old School Death Metal dazugehört. Die Musik soll ja schließlich böse, gefährlich und unberechenbar klingen. Generell wirken natürlich viele musikalische Einflüsse auf uns ein, schließlich hören wir Metal mit voller Hingabe und Leidenschaft. Am ehesten beeinflussen uns natürlich die Death Metal Bands der späten Achtziger und frühen Neunziger. Allerdings höre ich auch viele neue Bands, die traditionellen Death Metal machen. Gerade die finnischen Bands finde ich sehr stark! Aber auch in Deutschland gibt ja bekanntlich fantastische Old School Death Metal Bands. Man denke nur mal an Revel In Flesh, Chapel Of Disease, Deserted Fear, Charon, Sulphur Aeon und so weiter. Wenn es um die Gitarrensoli geht, so bin ich mehr vom Hardrock beeinflusst. Zum Beispiel bin ich riesiger Scorpions Fan und ich denke, hier und da kann man das auch bei den Soli heraushören.

 

VI.Gibt es ein lyrisches Konzept hinter ”PUTREFYING ILLUSIONS” oder verarbeitet ihr eher einzelne Eindrücke in den jeweiligen Songs?

 

J: Nein, es gibt eigentlich kein geschlossenes Konzept hinter “Putrefying Illusions”, zumindest bin ich nicht so an die Sache herangegangen. Die Texte enstehen meist sehr spontan und reflektieren meine Empfindungen gegenüber dem Leben an sich und natürlich meinem im speziellen. Ein Text enstand noch während der Aufnahmen, weil mich einiges wirklich angepisst hat. Rückblickend betrachtet lässt sich allerdings doch ein gewisser roter Faden erkennen, die Texte sind, wie gesagt recht persönlich, und haben eine meist negative, ablehnende Grundstimmung. Dies unterstreicht meiner Meinung nach gut die Atmosphäre der Musik, welche für uns von großer Wichtigkeit ist.

 

VII.Anfang August hattet ihr die Ehre einen Slot auf der Undergroundstage des PartySan Open Airs in Schlotheim zu ergattern und somit zusammen mit Szenegrößen wie den mächtigen BOLT THROWER, INCANTATION oder ENTRAILS auf einem Festival zu spielen. Welche Eindrücke und Erfahrungen konntet ihr im Rahmen eures Konzertes sammeln?

 

S: Ja, das war auf jeden Fall saucool für uns! Vielen Dank nochmal an Jarne und den Rest der Party San Macher, dass wir diese Chance erhalten haben! Ich kann auch nur Positives über das Festival berichten. Wir wurden von allen total nett behandelt und es lief alles so verdammt professionell ab. Wir hatten einen Spitzensound auf und auch vor der Bühne und es kamen sehr viele Leute ins Zelt, um uns zu sehen. Die Puplikumsreaktionen waren echt fantastisch und auch nach dem Auftritt haben wir viel Lob von den Leuten erhalten. Für uns also ein echter Hauptgewinn!

 

J: Es war wirklich etwas besonderes, für jede kleine und auch größere Extrem-Metal-Band ist das Party-San natürlich die erste Adresse, wenn es um Festivals geht. Sowas haben wir noch nie erlebt. Aber irgendwie ist man auch etwas eingeschüchtert, wenn man sich ein Bier bestellt und plötzlich steht jemand neben dir, den du nur von CD-Covern oder eben als Fan im Publikum kennst. Das war schon eine lustige Sache!

VIII.Wie sehen eure Pläne für die Zukunft aus? Werdet ihr sofort weiter an neuem Material arbeiten oder euch zunächst auf das Spielen von Gigs konzentrieren?

 

S: Wir arbeiten bereits an neuen Songs. Aber auch die Vorbereitung auf Konzerte darf nicht vernachlässigt werden. Unter anderem werden wir dieses Jahr noch auf dem Blastfest in Kaiserslautern spielen. Das findet am 03.11.12 gemeinsam mit Revel In Flesh, Dead und anderen Bands statt. Mein Hauptaugenmerk liegt aber ganz klar im Komponieren neuer Stücke.

 

IX.Ist als nächste Veröffentlichung wieder ein Full-Length Album geplant oder werdet ihr vorher wieder eine Split oder EP einschieben, wie auch nach ”DAWN OF WINTER”?

 

S: Irgendwann diesen Jahres wird noch ein Split Single zusammen mit Deathronation rauskommen. Unser Beitrag wird der Song “Absurd Existence” sein, den wir damals (Dezember 2010) zusammen mit “Sign Of The Nightsky” aufgenommen haben. Besucher unserer Konzerte dürften den Song schon kennen, da wir ihn schon öfter live gespielt haben. Alle neukomponierten Songs sollen dann auf unser drittes Album kommen. Wann das allerdings so weit sein wird, kann ich jetzt natürlich noch nicht sagen.

 

X.Die letzten Worte gehören wie immer euch…

 

S: Zuerst einmal möchten wir dir für dieses Interview danken! Wir wissen die Unterstützung zu schätzen! Danke auch an alle, die uns bis heute unterstützen oder unterstützt haben, die Bands, mit denen wir die Bühne geteilt haben oder mit denen wir in Kontakt stehen und die Print und Online Magazine, die unsere Musik zu schätzen wissen und uns via Interviews den Leuten näher gebracht haben! Zuletzt auch ein dickes Dankeschön an all die Leute, die diese Art von Musik hochhalten und den Underground so lebendig halten, egal ob Labels, Konzertveranstalter oder Fans!